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  Sich in die Zukunft versetzen und zurückblicken  
 
Inhalt

I

Einleitung    
II Vorübung 1    
III Vorübung 2 A die tägliche Routine  
  B die besonderen Ereignisse 1 Beobachtung von außen
    2 Beobachtung aus eigenen Augen
IV Hauptübung A vorwärts in die Zukunft  
  B zurückschauen  
  C vergleichen  
 

D

Projektliste  
V Wichtig    
Diese Übung ist keine Therapie und kann eine solche auch nicht ersetzen. Durchführung auf eigenes Risiko. Wenn Sie Fragen haben, senden Sie uns eine E-Mail, wir beantworten sie gern.
 
   
  Einleitung  
     
 

Das menschliche Gehirn hat die wunderbare Fähigkeit Zeitreisen zu unternehmen. Fast jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass er durch ein äußeres Ereignis, ein Bild, eine Melodie, ein bestimmtes Geräusch, einen Geruch oder einen Geschmack plötzlich mit allen Sinnen in die Vergangenheit versetzt wurde und genau wahrgenommen hat, was des damals zu sehen, zu hören, zu riechen oder zu schmecken gab.

Oder wer hat noch nicht erlebt, dass eine Prüfung, ein Vorstellungsgepräch, ein erstes Rendezvous ihn in der Gegenwart schon so nervös macht, als sei dieses zukünftige Ereignis schon jetzt da.

Träger dieser Zeitreisen ist unsere Phantasie, sind unsere 5 Sinne, die nicht nur wahrnehmen können, was gerade jetzt um uns herum passiert. Diese 5 Sinne können auch eine innere Vorstellung davon aufbauen, was einmal passiert ist oder von was wir glauben, dass es passieren wird.

Diese Fähigkeit nutzen wir für eine Reise in die Zukunft.

Bei jedem Menschen sind die Fähigkeiten der inneren 5 Sinne zu solchen Zeitreisen unterschiedlich stark ausgeprägt. Manche Menschen können sich sehr gut an  Bilder aus der Vergangenheit erinnern. Andere Menschen erinnern besser Stimmen und Geräusche. Für wieder andere ist es so, dass sie den Geschmack einer bestimmten Mahlzeit z. B. aus dem Urlaub noch auf der Zunge haben, wenn Sie daran denken. Nicht selten ist es auch, dass Menschen genau die Gerüche wieder erleben, die es in Mutters Küche oder auch auf dem Fischmarkt in ihrem Urlaubsort wahrzunehmen gab.

Da die Wahrnehmung eines Bildes die meisten Informationen wiedergeben kann, mehr als das Hören, Riechen oder Schmecken, fragen wir immer zuerst danach, was zu sehen ist. Dann versuchen wir die Wahrnehmung zu vervollständigen, indem wir auch die anderen Sinne abfragen. Entscheidend für den Erfolg der Übung ist, dass sich zu den Wahrnehmungen ein Gefühl einstellt. Sie werden feststellen, dass die verschiedenen Sinne unterschiedlich starke Beiträge dazu leisten, wie stark das Gefühl für eine erinnerte oder zukünftige Situation ist. So kann es z. B. sein, dass Sie ein vollständiges und detailliertes Bild einer Situation haben, ein Gefühl dazu sich aber erst einstellt, wenn Sie versuchen zu riechen, was es in dieser Situation zur riechen gab oder zu riechen sein wird.

 
   
 

Man kann zu Beginn dieser Übung nie sagen, welchen Zeitaufwand Sie erfordert und wie erfolgreich Sie die einzelnen Schritte nachvollziehen wer den. Sie können deshalb damit auf unterschiedliche Art und Weise umgehen:

  • Sie nehmen sich einen Abschnitt oder eine Vorübung vor und kehren beim nächsten Mal wieder zu diesem Punkt zurück um weiter zu machen.
  • Sie versuchen zunächst die Hauptübung und wenn Sie bemerken, dass Sie Schwierigkeiten mit einzelnen Schritten haben, dann gehen Sie zurück zu einer der Vorübungen.
 
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  Vorübung 1:  
 

Unser Gehirn vollzieht unbewußt und nahezu ununterbrochen solche Zeitsprünge. Sie können das daran bemerken wie schwer es Ihnen fällt in der gegenwärtigen Wahrnehmung zu bleiben.

Wenn Sie dies noch nicht erfahren haben, dann lesen Sie diesen Abschnitt "Vorübung1" zu Ende und versuchen Sie den Anweisungen zu folgen, bevor Sie mit der Übung weiterfahren.

Nehmen Sie eine Haltung ein, in der Sie ein paar Minuten ausharren können und schließen Sie die Augen. Dann konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die ganz gegenwärtigen Wahrnehmungen: den Atem, Anspannungen, Entspannungen, Wärme- / Kälteempfindungen, Geräusche, Geruch, Geschmack. Nehmen Sie wahr, wie lange Sie das durchhalten können, bis Gedanken Sie wegführen:
"Wie lange wird das noch dauern?" ( Zukunft )
"Beim letzten Mal konnte ich entspannter atmen!" ( Vergangenheit )
"Was mache ich, wenn das Telefon klingelt?" ( Zukunft )
"Hätte ich nicht vorher noch xy machen sollen, bevor ich mit dieser Übung begonnen habe?" (Vergangenheit )
oder Sie finden sich plötzlich in einer Urlaubsszene wieder ( Vergangenheit ) oder in der Auseinandersetzung mit einem Kollegen, von der Sie wissen, dass Sie in nächster Zeit ansteht. ( Zukunft) oder.... oder ...... oder ......

Sie bemerken daran, dass es für unser Gehirn die Ausnahme ist, in der Gegenwart zu sein und dass es dazu tendiert immer wieder in vergangene oder zukünftige Szenen abzugleiten.

Warum also diese Eigenschaft, die unbewußt ununterbrochen genutzt wird, auch einmal bewußt wahrnehmen.

 
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  Vorübung 2:  
  Wenn Sie in solcher bewußter Vorgehensweise ungeübt sind, ist es für den Erfolg der Übung hilfreich, wenn Sie die Grundtechnik an einfacheren Vorgängen einüben. Für den Gang in die Zukunft bedeutet dies, dass wir uns zunächst mit der näheren Zukunft beschäftigen, weil die Vorstellung davon leichter ist. Bei den Ereignissen, die unmittelbar bevorstehen oder die tägliche Routine sind, bekommen wir auf Anhieb ein vollständigeres Bild als von Ereignissen in der fernen Zukunft.  
 

a. die tägliche Routine

Nehmen Sie ein alltägliches Ereignis wie Zähne putzen oder Haare kämmen, zum Auto gehen oder was Sie sonst noch täglich oder routinemäßig machen. Am besten geeignet sind solche Ereignisse, bei denen Sie sich auch im Spiegel beobachten können oder Sie stellen sich vor, wie das im Traum manchmal möglich ist, dass Sie selbst außerhalb von sich sind und sich bei der Tätigkeit beobachten können.

Wenn Ihnen die zeitlichen Schritte zu gering sind, so können Sie auch einige Stufen auslassen. Es kann sein, dass Sie Zeit brauchen, bis sich eine Wahrnehmung einstellt. Gehen sie deshalb nicht zu schnell vor.

 
 
heute / jetzt

Stellen Sie sich vor, dass Sie diese Tätigkeit jetzt ausführen!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie
morgen

Stellen Sie sich vor, wie Sie morgen diese Tätigkeit ausführen!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

übermorgen

Nun gehen Sie einen Tag weiter in die Zukunft und stellen sich vor, wie Sie diese Tätigkeit übermorgen ausführen!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

in einer Woche

Es ist eine Woche vergangen. Sie führen diese Tätigkeit wieder aus!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

in zwei Wochen

Nun sind zwei Wochen vergangen. Sie führen diese Tätigkeit wieder aus!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

in einem Monat

Was wird in einem Monat sein? Wo werden Sie sein? Was wird anders sein als heute?
Sie führen die Tätigkeit wieder aus!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

 

in einem Jahr

Nun stellen Sie sich vor, dass ein Jahr vergangen ist. Sie führen die Tätigkeit wieder aus!

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

in zwei Jahren

Auch nach 2 Jahren führen Sie diese Tätigkeit wieder aus. Sie sind zwei Jahre älter.

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

in fünf Jahren

Nun sind 5 Jahre vergangen. Sie führen die Tätigkeit wieder aus. Was hat sich verändert?

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

in 10 Jahren

Auch in 10 Jahren führen Sie diese Tätigkeit wieder aus. Was hat sich jetzt verändert?

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

 

 
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  b. die besonderen Ereignisse  
 

Im Leben eines jeden Menschen gibt es besondere Ereignisse, die wir feiern, nur still begehen, oder die Trauer in uns auslösen: Schulabschluss, Hochzeit, Trennung, Beförderungen, runde Geburtstage, Tod von Angehörigen, Ausscheiden aus dem Berufsleben etc.

Auch in Ihrem Leben wird es in der Zukunft solche Ereignisse geben.

Erstellen Sie sich eine Liste der Ereignisse, die Sie in Zukunft mit Sicherheit erwarten. Sie können mit relativ kleinen und weniger wichtigen Ereignissen beginnen, wie dem nächsten Gespräch mit einem wichtigen Kunden, mit dem Vorgesetzten, die näher an der Gegenwart liegen.

Wenn diese Liste einige wichtige Ereignisse aus Ihrer Zukunft aufweist, dann beginnen Sie mit dem der Gegenwart nächstliegenden Ereignis und gehen von dort aus in die Zukunft zu den jeweils weiter entfernt liegenden Geschehnissen.

 
 

Zu jedem dieser Ereignisse versuchen Sie folgende Wahrnehmungen zu machen: ( als Beispiel für ein Ereignis wählen wir einen der nächsten runden Geburtstage )

a. Beobachtung von außen
Schauen Sie sich die Szene an, als seien Sie neutraler Beobachter. Die folgenden Fragen sind Anhaltspunkte dafür, worauf Sie achten können. Oft können jedoch nicht sehr viele Einzelheiten wahrgenommen werden, insbesondere wenn Sie diese Übung zum ersten Mal machen.

Was sehen Sie?

Versuchen Sie sich selbst zu beobachten. Wie alt sind Sie an diesem runden Geburtstag? Woran erkennen Sie, dass Sie dieses Alter haben? Wie verhalten Sie sich? Können Sie sehen wer sonst noch anwesend ist? Wo findet dieses Ereignis statt?

Was hören Sie?

Können Sie Ihre Stimme hören? Gibt es einen Unterschied dazu, wie Sie Ihre Stimme in der Gegenwart wahrgenommen haben? Was gibt es sonst noch zu hören? Wer sagt was?

Nach dem Gefühl, was sich dazu einstellt, fragen Sie in diesem Zusammenhang nicht, weil Sie lediglich Beobachter der Szene sind.

b. Beobachtung aus den eigenen Augen

Nun wechseln Sie die Beobachtungsposition und betrachten dasselbe Ereignis ( im Beispiel einen der nächsten runden Geburtstage ) so, als würden Sie aus Ihren eigenen Augen schauen.

  • was sehen Sie
  • was hören Sie
  • gibt es etwas zu schmecken oder zu riechen
  • welches Gefühl haben Sie

Nehmen Sie sich Zeit, all die Wahrnehmungen für dieses zukünftige Ereignis kommen zu lassen, soweit es Ihnen möglich ist. Kaum jemand wird all die Wahrnehmungen haben, es geht lediglich darum, das wahrzunehmen, was Ihnen gerade möglich ist.

Die gleiche Prozedur vollziehen Sie auch mit den anderen Ereignissen auf Ihrer Liste, die Sie notiert haben, aus den beiden Beobachtungspositionen und mit soviel Wahrnehmung wie möglich.

 
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  Hauptübung  
 

a. Vorwärts in die Zukunft

Nun haben Sie schon eine gewisse Routine, in die Zukunft zu gehen. Diese Routine nutzen Sie jetzt um ein weiteres Mal in die Zukunft zu gehen. Teilen Sie Ihr Leben in Zehnerschritten ein und beginnen sie je nach Ausgangsalter mit 50, 60 oder 70 Jahren. Wie weit Sie in die Zukunft gehen ob bis 80, 90 oder gar 100 Jahre ist Ihrer Phantasie überlassen.

Sie halten sich auch an keiner der Stationen mehr lange auf, um all das wahrzunehmen, was wahrzunehmen ist. Es ist nur wichtig, dass Sie wissen an der Station, an der sich sich befinden sind Sie tatsächlich 70, 80 oder 90 Jahre alt und es war Ihr Leben, das Sie gelebt haben.

 
 

b. zurückschauen

Wenn Sie an der letzten Station angelangt sind ( es muss nicht das Ende Ihres Lebens sein ) drehen Sie sich um und schauen auf Ihr Leben zurück. Sie können sich folgende oder ähnliche Fragen stellen: ( Es ist wichtig, sich ausreichend Zeit zu nehmen )

  • Was hätte ich gerne erlebt?
  • Wofür hätte es sich gelohnt, dass ich mich eingesetzt hätte?
  • Womit wäre ich zufrieden gewesen?
  • Wie sollte das Leben verlaufen sein?
 
 

c.  Vergleichen

Mit der Information aus der Zukunft, was in Ihrem Leben wichtig gewesen wäre, kommen Sie zurück in die Gegenwart und vergleichen diese wünschenswerte Zukunft mit Ihrer Gegenwart.

  • Was ist bereits erreicht?
  • Was will ich noch tun?
  • Welche Fähigkeiten dazu habe ich  bereits?
  • Welche Fähigkeiten will ich mir noch aneignen?
  • Was ist wirklich wichtig?
 

d. Projektliste

Damit nicht verloren geht, was Sie in der Übung oder auch bereits in den Vorübungen erfahren haben, machen Sie sich eine Liste mit den Dingen, die Sie ändern möchten und den Kenntnissen und Fähigkeiten, die Sie dafür benötigen. Zu den einzelnen Punkten können Sie dann jeweils einen Zielplan erarbeiten.

 
     
 

Wichtig: In unserem Einzelcoaching oder auch in unseren Seminaren verwenden wir solche und ähnliche Übungen. Dort - in direktem Kontakt mit dem Coach oder Trainer - ist natürlich ein viel individuelleres Eingehen auf spezifische Möglichkeiten und Fähigkeiten des einzelnen Teilnehmers möglich. Es kann deshalb vorkommen, dass Sie aus der Übung nicht das gewünschte Ergebnis erhalten haben. Wenn Sie zum Verständnis der Übung Fragen haben, so senden Sie uns eine E-Mail, wir beantworten diese Fragen gern, sie können uns auch dazu verhelfen, die Formulierungen für die Übung noch besser und effizienter zu gestalten.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Umsetzung von Entwicklungschancen und Entwicklungsvorhaben, die Sie bei der Übung entdeckt haben, so senden Sie uns ebenfalls eine E-Mail - evtl. mit einer kurzen Schilderung der Problematik - wir machen Ihnen dann gerne ein Angebot.

 
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